Freie Räume

Die Qualität des «Nicht-Gebauten», sprich Aussenraums, ist für ein lebhaftes, auf Dauerhaftigkeit ausgelegtes Quartier ebenso wichtig wie gut gestaltete Häuser. Das zeigt Zug Estates mit seinen Investitionen im Bereich der Aussenraumkonzeption auf den beiden Arealen Suurstoffi und Metalli. Zwar unterschiedlich in ihrer Ausprägung – im Fall der Metalli ein Stadtquartier mit öffentlichem Charakter, im Fall der Suurstoffi geprägt von einer Gartenlandschaft – finden beide die Balance zwischen präzis definierter, sorgfältiger Gestaltung und Freiräumen, die sich mehrfach bespielen lassen.

Raum zum Einkaufen und Flanieren – aber auch Gelegenheit, um sich hinzusetzen, zu plaudern oder eine Minute innezuhalten.

«Ganz anders im Altertum: Da waren die Hauptplätze jeder Stadt ein Lebensbedürfnis ersten Ranges, indem auf ihnen ein grosser Teil des öffentlichen Lebens sich abspielte, wozu heute nicht offene Plätze, sondern geschlossene Räume verwendet werden.» So schreibt der Städtebautheoretiker Camillo Sitte 1889 in der Einleitung zu «Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen» als Kritik an einer lediglich auf ökonomische und technische Aspekte reduzierten Stadtplanung, die der Gestaltung der Freiflächen und Plätze nicht die gleiche Bedeutung beimisst wie den Gebäuden. Seine Aussage trifft auch heute noch zu, vor allem im Hinblick auf eine nachhaltige Arealentwicklung: Will man Quartiere schaffen, die dauerhaft eine hohe Lebensqualität bieten, muss der Aussenraum ebenso sorgfältig entwickelt und gestaltet werden wie die Bauten, die ihn umschliessen. Mehr noch: Hochwertig gestaltete und vielfältig nutzbare Räume im Freien bilden die Basis, damit ein lebhaftes Quartier entstehen kann. Gerade auch vor dem Hintergrund der inneren Siedlungsentwicklung mit dichter Bebauung der Grundstücke braucht es Aussenräume mit grosser Nutzungsvielfalt und ergänzender Funktionalität.

Die Grüne Dichte

Dabei zeigt sich die Qualität des Raums zwischen den Bauten daran, ob er den diversen Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer Rechnung trägt, soziale Kontakte ermöglicht, bewusst Freiräume schafft, aber auch Sicherheit bietet. Und nicht zuletzt ist es auch eine Frage der formalen Ausgestaltung, der präzisen und sorgfältigen Definition der Übergänge zwischen aussen und innen sowie der erdgeschossnahen Nutzung. Zudem soll der Aussenraum einen ökologischen Mehrwert schaffen, indem er einer vielfältigen Flora und Fauna Strukturen und Lebensräume bietet. Ein weiterer Aspekt ist die Schaffung von «Grossstadtgrün», wie es der eingangs zitierte Camillo Sitte anlässlich einer vierten, erweiterten Auflage seines Standardwerks nennt. In die Sprache von Zug Estates übersetzt: Die Entwicklung einer Grünen Dichte, die zum Ziel hat, mitten im Siedlungsraum über die verschiedenen Jahreszeiten eine möglichst grosse Artenvielfalt anzubieten und auch die Art der Bepflanzung zu variieren: Dazu gehören grosse einheimische Solitärbäume ebenso wie parkähnliche Grünflächen, kleine Hecken oder Wäldchen. Das Resultat sind Räume, die eine hohe Aufenthaltsqualität bieten, die Nutzung der Gebäude ergänzen sowie nicht definierte Freiräume entstehen lassen. Lars Ruge, Mitglied der Geschäftsleitung bei Vogt Landschaftsarchitekten, spricht im Zusammenhang mit dem Aussenraumkonzept der Suurstoffi von einem Park in der Tradition des englischen Squares. Jener bietet auf einer öffentlich zugänglichen Fläche von fünf Hektaren Spielmöglichkeiten für Kinder, Bäume zum Klettern, Sträucher zum Beerenpflücken, sowie eine Spielwiese, die dem ganzen Quartier tagsüber, aber auch abends und am Wochenende zur Verfügung steht – sei es für Anwohner, Studierende, Schüler oder Angestellte der Unternehmen vor Ort.

Der Wille zur Gestaltung

Ebenso wie zur Realisierung anspruchsvoller nachhaltiger Bauten braucht es für die Schaffung solcher Aussenraumkonzepte den Willen und die Bereitschaft der Bauherrschaft, sich dafür mit besonderem Engagement und über einen längerfristigen Zeitraum einzusetzen. Das zeigt neben der Suurstoffi das zweite Areal, das Zug Estates seit mehr als dreissig Jahren kontinuierlich weiter entwickelt: Die Metalli, die heute mitten in der Stadt Zug liegt. Im Zuge der Neugestaltung gelang es, mit Überdachungen, Sitzgelegenheiten und einer neuen Verkehrsführung attraktive Plätze, Durchgänge und Nischen zu schaffen und damit das Wohlbefinden und die Verweildauer der Passanten an diesem urbanen Ort in Gehdistanz zum Zuger Bahnhof zu erhöhen. Dies wiederum bildete die Grundlage für die Erweiterung der öffentlichen Erdgeschossnutzungen mit Läden und Restaurants. Diese bewusste Investition in die Gestaltung der öffentlichen Bereiche, die Diversität der Angebote und die Nutzung des Aussenraums auf verschiedenen Ebenen ist das Resultat einer auf Dauerhaftigkeit ausgelegten Entwicklung eines über die Jahre gewachsenen Teils der Stadt mit eigener Identität innerhalb von Zug.

Geschützt und doch im Freien – die Metalli ist Teil der Stadt und bietet eine vielfältige Aufenthaltsqualität.

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